Golfnetz Indoor: Worauf du beim Kauf wirklich achten musst

Ein Golfnetz indoor macht aus Garage, Keller oder Hobbyraum eine kleine Driving Range. Gleichzeitig steht es dort, wo bei einem Fehlschlag Fenster, Lampen und Möbel in der Nähe sind. Ein Netz, das reißt oder umkippt, ist drinnen deshalb nicht nur ärgerlich, sondern gefährlich.

Wir entwickeln seit 2018 Golfnetze und Golsimulatoren mit regionalen Materialien aus Deutschland. In diesem Ratgeber erfährst du, worauf es bei einem Indoor-Golfnetz ankommt: Platz, Netzmaterial, Gerüst und Sicherheit.

Und wann ein günstiges Netz völlig reicht.

Das wichtigste in Kürze

  • Erst messen, dann kaufen: Die Deckenhöhe ist fast immer der Engpass. Führe immer einige Probeschwünge mit allen Golfschlägern am gewünschten Standort durch.
  • Die Maschen müssen deutlich kleiner sein als ein Golfball. Faden und Nähte müssen dauerhaft reißfest sein.
  • Wer regelmäßig volle Schläge macht, braucht ein Gerüst aus Metall statt Glasfaserstäben.
  • Seitenwände fangen Fehlschläge ab, die drinnen sonst die Einrichtung treffen.
  • Für gelegentliche Chips und halbe Schwünge reicht ein günstiges Faltnetz.

Welche Arten von Golfnetzen gibt es für drinnen?

TypTypische BauweiseGeeignet für
Faltnetz / Pop-up-NetzGlasfaserstäbe, dünnes Netz, leicht, oft unter 200 €Chips, halbe Schwünge, gelegentliches Training
Netz mit Stahlgestellstabil, aber schwer; Rost möglich, wenn die Beschichtung leidetregelmäßiges Training, vor allem drinnen
Netz mit Aluminiumgerüststabil, leicht, rostfrei, ohne Werkzeug aufzubauenvolle Schläge bis zum Driver, drinnen und draußen, Ausbau zum Simulator

Golfnetz indoor: Wie viel Platz du brauchst

Der Platz entscheidet, ob du später mit allen Schlägern trainieren kannst oder nur mit einem Teil davon. Miss deshalb vor dem Kauf drei Dinge:

Deckenhöhe:

Sie ist fast immer der Engpass. Das Netz selbst braucht etwas Luft nach oben, dein Schwung aber deutlich mehr. Als Faustregel gilt: Bei 1,80 m Körpergröße brauchst du mindestens 2,5 m Deckenhöhe, um alle Eisen voll durchschwingen zu können. Mit dem Driver berührst du bei dieser Höhe im Aufschwung sehr wahrscheinlich die Decke. Viele greifen ihn drinnen deshalb kürzer oder trainieren nur mit Eisen.

Breite:

Das Netz braucht seine eigene Breite plus etwas Luft an den Seiten. Seitenwände, die schräg nach vorne laufen, benötigen zusätzlichen Platz.

Tiefe:

Hier kommt mehr zusammen, als viele denken: die Tiefe des Gerüsts, der Abstand vom Ball zum Netz, dein Stand und dein Rückschwung. Wir selbst stehen mit rund 2,5 m Abstand zwischen Ball und Netz. Hinter dem Netz solltest du etwa 50 cm Luft zur Wand lassen, damit es bei festen Schlägen nicht gegen die Wand drückt.

Zur Orientierung die Maße unserer drei Netzgrößen:

ModellNetz (H × B)Mindestens nötig (B × Deckenhöhe × Tiefe)
L2,1 × 2,4 m2,4 × 2,2 × 1,0 m
XL2,4 × 2,5 m2,5 × 2,5 × 1,2 m
XXL3,3 × 3,4 m3,4 × 3,4 × 1,2 m

Mindestmaße für das Netz selbst, ohne Seitenwände. Für Schwung, Stand und Abstand zum Netz brauchst du zusätzlich Platz.

Je kleiner das Netz, desto schwieriger werden Wedges. Der Ball startet steil und fliegt schnell über das Netz. Wer regelmäßig Wedges üben will und groß ist, sollte eher eine Nummer größer wählen. Alle Maße im Detail findest du in unserem Datenblatt.

Unser wichtigster Tipp: Mach vor dem Kauf an genau der Stelle, an der das Netz stehen soll, Probeschwünge mit allen Schlägern. So merkst du sofort, ob Decke, Lampe oder Wand im Weg sind.

Das Netz: Maschenweite, Faden und Verarbeitung

Ein Driver-Schlag erreicht bei Freizeitgolfern schnell 200 km/h Ballgeschwindigkeit, bei guten Spielern deutlich mehr. Jeder dieser Schläge trifft das Netz an fast derselben Stelle. Genau dort trennt sich ein gutes Netz von einem billigen.

Maschenweite:

Die Maschen müssen deutlich kleiner sein als der Golfball mit seinen rund 43 mm. Große Maschen dehnen sich bei harten Schlägen stärker, der Ball drückt sich hinein und das Netz verschleißt schneller. Unser Hauptnetz hat 12 bis 13 mm Maschenweite, die Seitenwände 15 mm.

Faden und Material:

Polyester ist reißfest und verträgt Feuchtigkeit und Sonne gut. Achte auf die Fadenstärke in Millimetern und auf die Garnfeinheit, angegeben in Denier (D). Je höher der Wert, desto robuster das Garn. Unser Hauptnetz hat 3,5 mm Fadenstärke aus 1200D-Polyester.

Verarbeitung:

Gestrickte, knotenlose Netze verteilen die Kraft gleichmäßiger als geknotete. Genauso wichtig sind die Nähte an den Rändern und Befestigungen. Geklebte oder einfach genähte Kanten reißen zuerst, und ein Riss wandert dann weiter.

Ein Warnsignal:

Nennt ein Hersteller weder Maschenweite noch Fadenstärke, hat das meistens einen Grund.

Das Gerüst: Warum Stabilität drinnen so wichtig ist

Golfnetz Indoor mit Fokus auf Aluminium-Fundamente
GNZV2 Golfnetze Aluminium Fundamente

Günstige Faltnetze stehen auf Glasfaserstäben. Für leichte Schläge reicht das. Bei regelmäßigen vollen Schlägen geben die Stäbe aber nach, verbiegen sich mit der Zeit oder brechen, und das Netz wackelt oder kippt.

Ein Gerüst aus Metall bleibt stehen. Stahl ist robust, aber schwer und kann rosten, wenn die Beschichtung beschädigt wird. Aluminium ist leichter, rostet nicht und lässt sich leichter auf- und abbauen. Unser Gerüst besteht aus Aluminiumrohren mit 40 mm Durchmesser und 2 mm Wandstärke. Es wird ohne Werkzeug gesteckt und steht in wenigen Minuten.

Achte außerdem darauf, dass das Netz den Ball weich auffängt und nach unten fallen lässt, statt ihn zurückzuschleudern. Ein Ball, der zurückprallt, ist drinnen das größere Risiko als einer, der danebengeht.

Sicherheit beim Golfnetz indoor

Golfnetz Indoor im Büro mit dem GNZV2 Golfnetz
Golfnetz Indoor im Büro mit dem GNZV2 Golfnetz
  • Seitenwände: Ein Shank oder ein getoppter Ball fliegt nicht ins Netz, sondern zur Seite. Seitenwände fangen genau diese Bälle ab.
  • Umgebung: Lampen, Fenster und Fernseher gehören außer Reichweite von Schläger und Ball.
  • Abstand: Niemand steht neben oder hinter dir, während du schlägst. Das gilt besonders für Kinder und Haustiere.
  • Boden: Schlag nie direkt von Fliesen oder Beton, sondern immer von einer Abschlagmatte. Das schont Gelenke, Schläger und Boden.
  • Lautstärke: Ein satter Eisenschlag ist hörbar. In der Mietwohnung lohnt sich ein kurzes Gespräch mit den Nachbarn.
  • Kontrolle: Prüf das Netz im Trefferbereich regelmäßig auf Löcher und gelöste Fäden.

Worauf es bei der Matte ankommt, liest du in unserem Ratgeber Golf Abschlagmatte für zuhause.

Golfnetz indoor und outdoor: Was draußen anders ist

Golfnetz Indoor auch für Outdoor?
Golfnetz Indoor auch für den Outdoor-Bereich?

Viele nutzen ihr Netz im Winter in der Garage und im Sommer im Garten. Ein Netz aus Polyester auf einem Aluminiumgerüst verträgt das gut und kann auch längere Zeit draußen stehen.

Auf Dauer setzen Sonne, Regen und Frost aber jedem Material zu. Bei längeren Pausen oder im Urlaub solltest du es deshalb abbauen und trocken lagern. Bei starkem Wind gehört ein Netz gesichert, etwa mit Sandsäcken, oder flach auf den Boden gelegt.

Vom Golfnetz zum Golfsimulator

Golfnetz Indoor wird zum Golf Simulator
Golfnetz Indoor wird zum Golf Simulator

Ein stabiles Golfnetz ist die Grundlage für einen Golfsimulator. Dazu kommen eine Leinwand, ein Beamer und ein Launch Monitor, der Ballflug, Geschwindigkeit und Spin misst.

Wir haben selbst die Garmin-Systeme und Trackman getestet. Golfanlagen arbeiten außerdem erfolgreich mit FlightScope, SkyTrak und Rapsodo. Beachte die Abstandsvorgaben deines Systems, sie bestimmen zusätzlich, wie viel Tiefe du brauchst.

Ob Training zuhause für dich überhaupt sinnvoll ist, klären wir ehrlich in unserem Beitrag Golf zuhause trainieren: Vor- und Nachteile.

Checkliste vor dem Kauf

GNZV2 Golfnetz Nahaufnahme des Netzes
  • Deckenhöhe, Breite und Tiefe gemessen, Probeschwünge mit allen Schlägern gemacht
  • Maschenweite deutlich kleiner als ein Golfball, und der Hersteller nennt sie
  • Fadenstärke und Material angegeben, Nähte statt Klebekanten
  • Gerüst aus Metall, wenn du regelmäßig volle Schläge machst
  • Seitenwände für Fehlschläge
  • Passende Abschlagmatte
  • Bei Simulator-Plänen: genug Tiefe für deinen Launch Monitor

Fazit

Für ein paar Chips im Wohnzimmer reicht ein günstiges Faltnetz. Wer aber regelmäßig volle Schläge machen will, braucht drinnen mehr: ein Netz mit kleinen Maschen und reißfestem Faden, ein stabiles Gerüst und Seitenwände, die Fehlschläge abfangen. Und vor allem genug Platz, den du vorher ausmisst.

Unsere GNZV2 Golfnetze gibt es in drei Größen, handgefertigt in Deutschland, für drinnen und draußen und auf Wunsch als Golfsimulator.

Häufige Fragen zum Golfnetz indoor

Wie viel Platz braucht ein Golfnetz indoor?

Für ein kompaktes Netz mindestens etwa 2,4 m Breite und 2,2 m Deckenhöhe. Für deinen Schwung brauchst du je nach Körpergröße mehr: Bei 1,80 m solltest du mit mindestens 2,5 m Deckenhöhe planen.

Kann ich drinnen mit dem Driver schlagen?

Das hängt von Deckenhöhe und Körpergröße ab. Bei 2,5 m Deckenhöhe und 1,80 m Körpergröße stößt du mit dem Driver im vollen Aufschwung sehr wahrscheinlich an die Decke. Viele greifen ihn drinnen kürzer oder trainieren nur mit Eisen.

Welche Maschenweite sollte ein Golfnetz haben?

Deutlich kleiner als der Ball. Bewährt haben sich Maschen um 12 bis 15 mm. Größere Maschen dehnen sich bei harten Schlägen und verschleißen schneller.

Wie viel Abstand brauche ich zum Netz?

Feste Vorgaben gibt es nicht, es hängt von Körpergröße und Schläger ab. Als Anhaltswert: rund 2,5 m vom Ball zum Netz, mit dem Wedge etwas näher, mit dem Driver etwas weiter weg.

Kann ich ein Indoor-Golfnetz auch draußen nutzen?

Ja, wenn Netz und Gerüst wetterfest sind, etwa Polyester und Aluminium. Bei starkem Wind und längeren Pausen solltest du es aber sichern oder abbauen.

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